Steigeisen, Pickel, der erste Schritt auf einem Gletscher. Für viele Bergbegeisterte ist die erste Hochtour einer der aufregendsten Momente überhaupt. Doch gerade am Anfang stellt sich eine entscheidende Frage: Welcher Berg ist der richtige Einstieg?
Die Schweizer Alpen bieten eine erstaunliche Auswahl an Hochtouren, die auch ohne jahrelange Erfahrung machbar sind. Vorausgesetzt, du gehst mit einem erfahrenen Bergführer und bist körperlich gut vorbereitet. In diesem Artikel zeigen wir dir fünf Touren, die sich ideal als erste Hochtouren eignen: logistisch erreichbar, landschaftlich eindrücklich, technisch lernbar.
Was ist überhaupt eine Hochtour?
Eine Hochtour ist im Unterschied zur normalen Wanderung dadurch geprägt, dass du über Gletscher, Firn oder Fels auf einen Gipfel steigst. Meist im Hochgebirge ab 2500 Metern. Du bewegst dich dabei am Seil des Bergführers, trägst Steigeisen und lernst den Umgang mit dem Pickel.
Die gute Nachricht: Du musst kein Profi sein, um loszulegen. Die Schweizer Alpen haben genug Ziele, die für ambitionierte Bergwanderer mit guter Kondition erreichbar sind, oft schon beim ersten Hochtourenkurs oder auf einer geführten Tagestour.
Die 5 schönsten Einsteiger-Hochtouren in der Schweiz
1. Vrenelisgärtli (2904 m), Glarnerland
Schwierigkeit: WS (wenig schwierig)
Aufstieg: ca. 1000 Hm | Gehzeit: 2 Tage
Ausgangspunkt: Klöntalersee (GL)
Saison: Juni – Oktober
Das Vrenelisgärtli ist mehr als ein Berg — es ist eine Sagengestalt, und das spürt man schon beim Aufstieg. Vom idyllischen Klöntalersee geht es zunächst durch satte Alpwiesen und ein Hüttendorf zur gemütlichen Glärnisch-Hütte. Am zweiten Tag führt die Route über das Gletschervorfeld, durch einen kurzen Kamin und einen Grat direkt auf den markanten Schneedom, der von Zürich aus gut sichtbar ist.
Was diese Tour ideal für Einsteiger macht: Du erlebst auf zwei Tagen alle wesentlichen Elemente einer Hochtour: Gletscher, Fels, Schnee, Steigeisen und Seil, ohne dich gleich ins Extreme zu wagen. Die Glärnisch-Hütte mit Hüttenwirt Fridli sorgt am Vorabend für Gemütlichkeit und eine gute Portion Energie für den nächsten Morgen.
Exped Tribe Tipp: Wir kombinieren das Vrenelisgärtli gern mit einer Besteigung des Ruchens, so bekommst du gleich zwei Gipfel in einer Tour.
👉 Zur geführten Hochtour am Vrenelisgärtli mit Exped Tribe
2. Sustenhorn (3502 m), Urner Alpen
Schwierigkeit: L (leicht) bis WS
Aufstieg: ca. 1650–1700 Hm | Gehzeit: 1 Tag
Ausgangspunkt: Göscheneralp (UR) oder Steingletscher (BE)
Saison: Juni – Oktober
Das Sustenhorn thront zwischen Urnerland und Berner Oberland und ist einer der lohnendsten Aussichtsgipfel der Zentralschweiz. Von Göscheneralp aus geht es über den Steingletscher und flache Gletscherhänge bis auf 3502 Meter. Eine Route, die auf der SAC-Skala als «leicht» eingestuft ist und kaum Kletterstellen enthält.
Die Alternative über das Sustenlimi verbindet Urner und Berner Seite und verwandelt die Tour in eine vollständige Überschreitung. Beide Varianten eignen sich hervorragend als erste Gletscherhochtour mit Bergführer, weil das Gelände übersichtlich ist und die technischen Anforderungen gut vermittelbar sind.
Besonderheit: Das 360°-Panorama vom Gipfel mit Blick auf über 30 Viertausender gehört zu den schönsten im gesamten Alpenraum.
3. Breithorn (4164 m), Wallis
Schwierigkeit: L (leicht)
Aufstieg: ca. 400 Hm ab Kleinkleinhubel | Gehzeit: 3–4 Std. (gesamt)
Ausgangspunkt: Zermatt / Klein Matterhorn (3883 m per Bahn)
Saison: Mai – Oktober
Der Breithorn gilt als der klassische Einsteiger-Viertausender der Alpen. Und das aus gutem Grund. Mit der Seilbahn fährst du von Zermatt direkt auf 3883 Meter, von wo aus der breite Firngipfel in wenigen Stunden erreichbar ist. Das Gelände ist gleichmässig, die Route gut markiert, das Panorama schlicht überwältigend.
Was du dabei lernst: den richtigen Rhythmus im Steigeisengehen auf Firn, das Gehen am Seil, die Wirkung der Höhe auf Körper und Tempo. Und wenn du dann auf dem höchsten Punkt stehst — mit dem Matterhorn, dem Monte Rosa und dem Dom in Sichtweite — weisst du, warum Hochtouren süchtig machen.
Wichtig: Auch wenn der Breithorn «leicht» klingt, über 4000 Meter Höhe ist die Sonneneinstrahlung intensiv und die Wetterverhältnisse können sich schnell ändern. Mit einem Bergführer bist du bestens abgesichert und lernst gleichzeitig, worauf es bei der Tourenplanung ankommt.
👉 Zur geführten Hochtour am Breithorn mit Exped Tribe
4. Allalinhorn (4027 m), Saas-Fee, Wallis
Schwierigkeit: L (leicht)
Aufstieg: ca. 570 Hm ab Mittelallalin | Gehzeit: 3–4 Std.
Ausgangspunkt: Saas-Fee / Mittelallalin (3457 m per Bahn)
Saison: Mai – Oktober
Das Allalinhorn ist für viele Bergsteigerinnen und Bergsteiger der Beginn einer langen Leidenschaft. Ab der Metro-Alpin-Station auf 3457 Metern führt die Route über den Hohlaubgletscher auf den Gipfel — eine breite Firnflanke mit gutem Halt, die technisch gut beherrschbar ist.
Was das Allalinhorn besonders interessant macht: Es lässt sich hervorragend mit dem Rimpfischhorn (4199 m) und anderen Walliser Viertausendern kombinieren. So entwickelt sich aus einer ersten Hochtour ganz natürlich ein grösseres Programm — genau das, was viele unserer Gäste erleben, die mit dem Allalinhorn anfangen und ein Jahr später auf dem Matterhorn stehen.
Geheimtipp: Der frühe Morgen auf dem Gletscher, wenn die Sonne die umliegenden Gipfel in Orange taucht und der Schnee noch hart und griffig ist — das ist ein Moment, der bleibt.
👉 Zur geführten Hochtour am Allalinhorn mit Exped Tribe
5. Piz Palü (3900 m), Graubünden / Bernina
Schwierigkeit: WS (wenig schwierig)
Aufstieg: ca. 1300 Hm | Gehzeit: 1–2 Tage
Ausgangspunkt: Diavolezza (GR)
Saison: Juli – September
Der Piz Palü hat drei charakteristische Firnkuppen und eine Geschichte, die den Berg fast berühmt macht wie seine Gipfel: Zahlreiche Klassiker der Alpingeschichte und sogar Bergfilme wurden hier gedreht. Ab der Diavolezza (2973 m) geht es über den Persgletscher Richtung Ostgrat, wo die Aussicht auf den Piz Bernina und den legendären Biancograt einen fast schwindlig macht.
Technisch anspruchsvoller als Breithorn oder Allalinhorn, aber gut machbar für Einsteiger mit einem ersten Gletscherkurs im Gepäck. Der Piz Palü ist der natürliche nächste Schritt, sobald du deinen ersten Viertausender hinter dir hast, und weckt oft den Wunsch, den Biancograt auf dem Piz Bernina irgendwann selbst zu gehen.
Was du für deine erste Hochtour mitbringen solltest
Du musst keine Bergsteigererfahrung haben, aber eine solide körperliche Basis ist entscheidend:
- Kondition: Mehrstündige Bergwanderungen mit 1000+ Höhenmetern sollten dir keine Probleme bereiten.
- Trittsicherheit: Du fühlst dich auf Schotter, Geröll und unebenem Gelände sicher.
- Schwindelfrei: Ausgesetztere Stellen sollten dich nicht aus dem Konzept bringen.
- Ausrüstung: Bergschuhe, Daunenjacke, Helm und Harscheisen/Steigeisen werden gestellt oder können ausgeliehen werden — sprich uns einfach an.
Keine Erfahrung mit Seil, Pickel oder Steigeisen? Kein Problem. Genau dafür ist der Bergführer da.
Mit Bergführer oder auf eigene Faust?
Diese Frage stellen viele Einsteiger. Unsere klare Antwort: Mit Bergführer, zumindest am Anfang. Nicht weil du es alleine nicht könntest, sondern weil du dabei in kurzer Zeit unglaublich viel lernst. Routenplanung, Gletschersicherheit, das richtige Tempo, der Umgang mit Wetter und Verhältnissen, das sind Dinge, die du mit einem erfahrenen Guide in einer einzigen Tour verinnerlichst, die du dir sonst jahrelang erarbeitest.
Bei Exped Tribe arbeiten wir ausschliesslich mit IFMGA-zertifizierten Bergführerinnen und Bergführern. Ob als Privattour, in einer kleinen Gruppe oder als Teil einer mehrtägigen Hochtourenwoche: Wir passen das Programm an dein Niveau und deine Ziele an.
Bereit für deine erste Hochtour?
Du weisst jetzt nun, welche Touren sich als Einstieg eignen.
Jetzt fehlt nur noch der erste Schritt: Schreib uns, was dich interessiert, und wir helfen dir, die passende Tour zu finden.
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