Steigeisen auf Eis, das erste Knacken unter den Schuhsohlen, Spalten die rechts und links in die Tiefe fallen und dazwischen dein Bergführer, der das Seil straff hält: Gletschertrekking ist eine der intensivsten Erfahrungen, die die Schweizer Alpen bieten. Nicht weil es besonders gefährlich wäre, sondern weil es eine Welt öffnet, die sonst an nicht Wanderer verschlossen bleibt.

Gletscher sind keine Wanderwege. Sie verändern sich täglich, verschieben sich, öffnen Spalten und schliessen sie wieder. Wer ohne Vorkenntnisse und Führung auf einem Gletscher unterwegs ist, unterschätzt das Gelände. Wer mit einem erfahrenen Bergführer geht, erlebt genau das, was er sich vorgestellt hat: ein stilles, weites, leuchtendes Stück Hochgebirge.

In diesem Artikel zeigen wir dir die schönsten Gletscherrouten der Schweiz für geführte Trekkings und was du für eine sichere und unvergessliche Tour bei Exped Tribe mitbringen solltest.

Was ist ein Gletschertrekking genau?

Beim Gletschertrekking bewegst du dich mit Steigeisen, Pickel und Seil über Gletscherflächen. Im Unterschied zur klassischen Hochtour steht nicht zwingend ein Gipfel im Mittelpunkt, sondern die Gletscherwelt selbst: das wandern über breite Firnfelder, Spaltenlandschaften, blaues Eis und das ganz besondere Licht, das man nur auf grossen Höhen findet.

Technisch ist Gletschertrekking für die meisten gut machbar. Du brauchst keine Kletterausbildung, aber eine solide Kondition und das Gespür, aufmerksam mit Steigeisen zu gehen, um stolpern zu verhindern. Den Rest lernt man im Laufen, gemeinsam mit eines unserer Bergführer.

Die gute Nachricht: Du musst kein Profi sein, um loszulegen. Die Schweizer Alpen haben genug Ziele, die für ambitionierte Bergwanderer mit guter Kondition erreichbar sind, oft schon beim ersten Hochtourenkurs oder auf einer geführten Tagestour.

Die schönsten Gletscherrouten in der Schweiz

1. Aletschgletscher: Europas grösster Gletscher

Schwierigkeit: L (leicht)
Länge: je nach Route 8 bis 15 km
Ausgangspunkt: Jungfraujoch (3454 m) oder Märjelensee
Saison: Juni bis Oktober
Region: Berner Oberland / Wallis

Wer noch nie auf einem Gletscher stand, beginnt am besten hier. Der Grosse Aletschgletscher ist 22 Kilometer lang, bis zu 900 Meter tief und der grösste Eisstrom der Alpen. Ein UNESCO-Welterbe. Und er lässt sich auf verschiedenen Routen begehen, je nach Zeit, Kondition und Ambition.

Die klassischste Variante startet ab Jungfraujoch und führt über das breite, ebene Firnplateau des Jungfraugebiets in Richtung Konkordiaplatz, wo die grossen Gletscher des Berner Oberlands zusammenfliessen. Das Gelände ist offen und gut einsehbar, die Spalten gut erkennbar, das Panorama schlicht überwältigend: Eiger, Mönch und Jungfrau im Rücken, das Aletschhorn vor dir.

Weniger bekannt, aber landschaftlich besonders reizvoll: der Abstieg vom Konkordiaplatz zur Märjelenseehütte auf der Walliser Seite, von wo sich der Blick über den Märjelensee auf den Gletscher öffnet. Eine Kombination aus Gletscher, Hütte und Aussichtspunkt, die keine andere Route in der Schweiz in dieser Dichte bietet.

Ideal für: Einsteiger, Familien mit Bergerfahrung, alle die zum ersten Mal Gletschertrekking erleben wollen.

2. Gornergletscher: Zermatt von unten

Schwierigkeit: L bis WS
Ausgangspunkt: Zermatt (1608 m) oder Rotenboden (2815 m per Bahn)
Gehzeit: 3 bis 6 Std. je nach Variante
Saison: Juni bis September
Region: Wallis / Zermatt

Der Gornergletscher liegt buchstäblich vor der Kulisse des Matterhorns. Von Zermatt aus sieht man ihn schon von der Dorfstrasse aus: das Eis, das sich vom Monte Rosa Massiv ins Tal schiebt. Zu Fuss auf ihm unterwegs zu sein ist ein ganz anderes Erlebnis, als ihn von der Bergbahn aus zu betrachten.

Ab Rotenboden oder direkt ab Zermatt führt die Route auf den Gletscher, durch eine Landschaft aus Gletscherschliff und Moränen, vorbei an tiefblauen Schmelzwassertümpeln. Die mittleren Sektionen bieten ein abwechslungsreiches Spaltengelände, das technisch gut lehrbar ist. Wer Pech hat, sieht das Matterhorn nicht, denn es steckt im Nebel. Wer Glück hat, sieht es stundenlang aus jeder Perspektive.

Für den Rückweg gibt es zwei gute Optionen: entweder zurück zur Bahn oder weiter über die Moräne bis nach Zermatt ab, was nochmals andere Einblicke auf den Gletscherrand ermöglicht.

Exped Tribe Tipp: Der Gornergletscher eignet sich hervorragend als Vorbereitung für eine anschliessende Hochtour, etwa auf das Breithorn oder Allalinhorn.

3. Steingletscher: Gletschertrekking im Herzen der Urner Alpen

Schwierigkeit: L bis WS
Ausgangspunkt: Steingletscher Parkplatz (1860 m) oder Göscheneralp
Gehzeit: 4 bis 6 Std.
Saison: Juli bis September
Region: Uri / Berner Oberland (Sustengebiet)

Der Steingletscher liegt am Sustenpass und ist einer der zugänglichsten und gleichzeitig eindrücklichsten Gletscher der Zentralschweiz. Er ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Was vor zwanzig Jahren noch Eis war, ist heute Geröll und blanker Fels. Gerade deshalb lohnt sich eine geführte Tour hier besonders: Ein Bergführer zeigt dir nicht nur, wie du sicher unterwegs bist, sondern auch, wie sich das Gelände verändert hat und was das für die Zukunft des Gletschers bedeutet.

Ab dem Parkplatz am Sustenpass geht es zunächst auf Wanderwegen zum Gletscherrand, dann mit Steigeisen auf das Eis. Die Route führt durch ein offenes, gut einsehbares Gletscherfeld, von wo aus der Blick auf das Sustenhorn und die umliegenden Dreitausender den ganzen Aufwand rechtfertigt.

Wer den Steingletscher mit einer Überschreitung auf das Sustenhorn kombinieren möchte, bekommt eine vollständige Hochtour mit Gletschertrekking-Einstieg.

Ideal für: Einsteiger mit Interesse an Gletscherkunde und Klimawandel, alle die Hochtouren noch nicht gemacht haben aber Gletscherluft schnuppern wollen.

👉 Zur geführten Hochtour Sustenhorn mit Exped Tribe

Monte Rosa Hütte Gletschertrekking

4. Dammafirn: Abgeschiedenheit im Göscheneralp-Kessel

Schwierigkeit: WS
Ausgangspunkt: Göscheneralp (1792 m)
Gehzeit: 2 Tage mit Hüttenübernachtung
Saison: Juli bis September
Region: Uri / Zentralschweiz

Wer Abgeschiedenheit sucht, findet sie hier. Der Dammafirn liegt im Hinterland der Göscheneralp und ist einer der grossen, noch zusammenhängenden Gletscher der Urner Alpen. Er nährt den Dammastock (3630 m), dem höchsten Gipfel der Region, und bildet ein weites, stilles Firnplateau, auf dem man stundenlang unterwegs sein kann ohne eine andere Seilschaft zu sehen.

Die zweitägige Variante übernachtet in der Trifthütte des SAC Basel und steigt am zweiten Tag tief in den Gletscherkessel ein. Die Route ist anspruchsvoller als Aletsch oder Steingletscher: Das Gelände ist unübersichtlicher, die Spalten breiter, die Navigation ohne lokales Wissen fehleranfällig.

Mit einem erfahrenen Bergführer ist es jedoch eine der eindrücklichsten Gletschertouren, die die Zentralschweiz bietet. Wer möchte, steigt auf dem zweiten Tag weiter auf den Dammastock. Dann wird aus dem Gletschertrekking eine vollständige Hochtour.

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5. Tiefengletscher: der einsame Gletscher am Furkapass

Schwierigkeit: WS
Ausgangspunkt: Furkapass (2429 m) oder Tiefenbach
Gehzeit: 4 bis 6 Std.
Saison: Juli bis September
Region: Uri / Wallis (Grenze)

Der Tiefengletscher ist der unbekannteste der fünf Routen in diesem Artikel und genau deshalb einer unserer Favoriten. Er liegt am Furkapass, direkt neben dem viel fotogenierten Rhonegletscher, wird aber kaum besucht. Keine Souvenirshops, kein Eistunnel, keine Schlangen.

Ab Tiefenbach führt die Route zunächst durch Moränengelände auf den Gletscherrand. Dann beginnt das Eis: eine offene, mässig steil ansteigende Gletscherfläche mit wenig Spalten im unteren Teil und einem imposanten Eisfall im oberen Bereich, der umgangen wird. Das Ziel ist der Galenstock (3583 m), der sich gut mit dem Trekking kombinieren lässt.

Die Stille hier oben ist das, was bleibt. Während der Rhonegletscher wenige Kilometer entfernt von Hunderten Tagesgästen frequentiert wird, ist der Tiefengletscher fast immer menschenleer.

Ideal für: Erfahrenere Wanderer und Einsteiger-Bergsteiger, die etwas Unbekanntes suchen und keine Lust auf Touristenrouten haben.

gletschertrekking

Was du für ein Gletschertrekking mitbringen solltest

Ein Gletschertrekking braucht keine Kletter- oder Hochtouren-Ausbildung, aber es braucht die richtige Vorbereitung:

Kondition: Du solltest problemlos 4 bis 6 Stunden bergauf gehen können. Gletschertouren haben oft kein gleichmässiges Gelände, die Erschöpfung kommt anders als beim Wandern auch da das Gelände anspruchsvoller ist.

Ausrüstung: Bergschuhe mit steifer Sohle (keine Sneakers oder Zustiegsschuhe), warme Schichten, Sonnenbrille mit Gletscherschutz (UV-Faktor 4), Sonnencreme und ausreichend Wasser. Steigeisen und Pickel werden von uns gestellt oder können geliehen werden.

Trittsicherheit: Du solltest dich auf unebenem Gelände sicher fühlen. Auf dem Eis selbst führt der Bergführer, aber der Zustieg ist oft über Geröll und Blockgelände.

Schwindelfrei: Ausgesetztere Querungen und Gletscherspalten in der Nähe sollten dich nicht aus dem Konzept bringen.


Warum du jetzt dein Gletschertrekking buchen solltest

Die Schweizer Gletscher verlieren jedes Jahr an Fläche. Was heute noch begehbar ist, wird in zehn oder zwanzig Jahren deutlich kleiner sein. Wer einen Gletscher von innen erleben will, sollte nicht zu lange warten. Gleichzeitig verändern schrumpfende Gletscher die Routen. Zustiegswege werden länger, Querungen anspruchsvoller, Crevassen-Felder aktiver. Lokale Kenntnisse werden wichtiger, nicht unwichtiger. Genau deshalb macht ein geführtes Gletschertrekking heute mehr Sinn als je zuvor.


Mit Exped Tribe auf den Gletscher

Wir begleiten dich auf geführten Gletschertouren Schweizweit. Unsere Bergführer kennen die aktuellen Verhältnisse aus eigener Begehung. Ob Einstieg auf dem Steingletscher, ruhige Abgeschiedenheit auf dem Dammafirn oder die grosse Runde auf dem Aletsch: Wir passen die Tour an dein Niveau und deine Zeit an.

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Exped Tribe ist eine Bergführerschule mit Sitz in Erstfeld, Uri. Wir begleiten Gäste auf geführten Hochtouren, Gletschertrekkings, Skitouren und Expeditionsreisen weltweit.

Aletschgletscher

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Hier kommen wir von Exped Tribe ins Spiel!
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Wir können umgehend deine Wünsche und Bedürfnisse besprechen. Somit steht einer sicheren Wandertour nichts mehr im Wege!

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