Wandern für Anfänger*innen – So gelingt dir der Start

 

Raus aus der Stadt, rein in die Natur, durchatmen, runterkommen. Das versprechen Wälder und Berge. Nicht zuletzt deswegen liegt Wandern im Trend und ist längst für viele ein regelmässiger Ausgleich zum Alltag. Die Möglichkeiten dabei sind vielfältig – von entspannten Tagestouren bis zum mehrtägigen, fordernden Wanderurlaub ist für jede und jede etwas dabei. Auch für Anfänger*innen, die das Wandern für sich entdecken.
Wenn auch du überlegst, deine Fernbedienung kurzzeitig gegen Wanderstöcke
einzutauschen, aber noch nicht weisst, worauf du dich da einlässt, bist du bei uns
richtig. Hier erfährst du alles, was du fürs Wandern als Anfänger*in wissen musst und welche Anfängerfehler du beim Wandern unbedingt vermeiden solltest.

 

Diese Ausrüstung brauchst du

Wanderausrüstung kann teuer sein – muss sie aber nicht. Gerade als Anfänger*in
brauchst du fürs Wandern nicht viel Geld auszugeben. Bei leichten Wanderungen reicht normale Sportbekleidung bestehend aus Hose und Oberteil. Achte darauf, dass das Oberteil nicht aus Baumwolle, sondern aus einem synthetischen Stoff oder Merinowolle (was teurer ist) besteht. Diese Materialien leiten die Feuchtigkeit besser ab.

 

Das Wichtigste sind die Schuhe

Wo du allerdings nicht sparen solltest, sind die Schuhe. Denn die falschen Schuhe
führen zu nassen Füssen oder Blasen – im besten Fall. Im schlimmsten Fall bringen sie ernsthafte Gefahren für deine Gesundheit mit sich. Deine Wanderschuhe müssen stabil, robust und im Idealfall auch wasserdicht sein. Die Wahl der geeigneten Wanderschuhe hängt massgeblich vom Gelände ab, in dem du unterwegs sein wirst. Eine lange Alpenüberquerung mit Passagen über 3000 Metern wird nach einem anderen Schuh verlangen als eine Tagestour im Mittelgebirge. Allerdings sind bereits dort gute Bergschuhe Pflicht, während du in Wäldern oder Parks noch mit guten Turnschuhen auskommst! Trage dazu auch passende, dickere Wandersocken, die über die Fersen gehen und verhindern, dass du Blasen bekommst.

 

Ein bequemer Rucksack

Auch der Rucksack gehört zur Standardausrüstung deines Wanderurlaubs für Anfänger*innen. Wichtig ist vor allem, dass der Rucksack angenehm zu tragen ist –
probiere am besten unterschiedliche Modelle vorab aus. Für Tagestouren sind Rucksäcke mit einem Volumen von 25 Litern absolut ausreichend. Bist du mehrere Tage unterwegs, können es auch 35 Liter oder mehr sein. Einige Modelle bieten belüftete Rückenteile an – das ist vor allem hilfreich, wenn du stark schwitzt, etwa an heissen Tagen.

 

Regenjacke nicht vergessen

Die Regenbekleidung gehört zur Standardausrüstung jeder Wanderung, da das Wetter vor allem in den Bergen jederzeit und schnell umschlagen kann. Eine leichte und wasserdichte Jacke sollte daher immer in deinen Rucksack. Die Wassersäule gibt dir Auskunft darüber, ob deine Jacke für deine Wanderung
geeignet ist: Je höher diese ist, desto dichter ist deine Jacke. Oft wirst du hier auf die Marke von 10.000 mm stossen. Bei fordernden Touren ist das sicher sinnvoll. Aber als Anfänger*in reichen dir aber meist auch Modelle mit geringerer Wassersäule. Sie sind in der Regel deutlich günstiger und halten auf kürzeren Wanderungen kleinere Regenschauer problemlos aus.

 

Kopfbedeckung ist ein Muss

Wichtig ist auch, dass du eine Kopfbedeckung dabei hast. Im Sommer schützt eine Kappe oder ein Hut vor der Sonne und sorgt für eine bessere Sicht. Das ist wichtig, da insbesondere in höheren Lagen die Sonneneinstrahlung stark zunimmt. Eine warme und atmungsaktive Mütze hält im Winter den Kopf und die Ohren warm und leitet den Schweiss nach aussen ab.

 

Wie weit kann man als Anfänger*in wandern?

Wie viele Kilometer (km) für Anfänger*innen beim Wandern sinnvoll sind, ist nicht pauschal zu beantworten. Dabei spielt vor allem deine Kondition eine wesentliche Rolle. Hier gilt es ehrlich mit dir selbst zu sein: Wenn du pro Tag um die 3000 Schritte zurücklegst, ist eine Wanderung von 20 Kilometern wahrscheinlich zu viel des Guten. Gerade Wander-Anfänger*innen sollten mit kürzeren Etappen beginnen, um sich langsam an die Anstrengung zu gewöhnen. Strecken von 5 bis 10 Kilometern sind für den Einstieg ideal. Allerdings kommt es auch auf die Höhenmeter an, die du zurücklegen willst. Flache Strecken sind leichter und schneller zu bewältigen als bergige Strecken, die mehr Kraft und Zeit erfordern. Technische Schwierigkeiten wie Kletterpassagen oder steile Auf- und Abstiege erfordern mehr Energie und verlängern die Dauer. Hier gilt es, sich nach und nach zu steigern.

 

Wie viele Höhenmeter sind für Anfänger*innen geeignet?

Wahrscheinlich noch wichtiger als die Entfernung in km beim Wandern als Anfänger sind die Höhenmeter, die zurückgelegt werden sollen. Eine Strecke mit 5 km und 200 Höhenmetern stellt eine andere Herausforderung dar als dieselbe Strecke mit 600 Höhenmetern. Das nicht zu beachten, ist einer der häufigsten Anfängerfehler beim Wandern.
Beim Wandern für Anfänger*innen gilt deshalb: Lieber weniger Höhenmeter
einplanen und den Fokus auf gut begehbare, moderate Anstiege legen – ideal sind Touren mit maximal 200–300 Höhenmetern.

 

Wo kann man als Anfänger*in gut wandern?

Als Anfänger*in kannst du im Grunde überall wandern – zum Beispiel am nächstbesten Feldweg am Stadtrand, in einem nahen Waldgebiet oder entlang eines Flusses. Aber da du hier wahrscheinlich nicht die Aussichten findest, die du auf Instagram und Co. gesehen hast, haben wir noch ein paar Tipps für dich. Der Vorteil ist, dass Deutschland, die Schweiz und Österreich zum Wandern für Anfänger*innen unfassbar viele Möglichkeiten bietet: sanfte Mittelgebirge, gut ausgebaute Wanderwege und viele Rundtouren, die weder Kondition noch Orientierungssinn überfordern. Du musst also nicht den (wohlmöglich) langen Weg ins Ausland – auf dich nehmen.

Optionen zum Wandern für Anfänger*in findest du zum Beispiel hier:
Teutoburger Wald: viele leichte Routen mit toller Aussicht
– Fränkische Schweiz: kurze Touren mit schönen Burgen
– Eifel: beeindruckende Vulkanlandschaften
– Spessart & Odenwald: stille Wälder und gut markierte Rundwege
– Chiemgau (Voralpen): sanfte Anstiege zu herrlichen Panoramen
– Harz & im Schwarzwald: auf aussichtsreichen Wegen durch dichte Wälder
All diese Orte bieten spannende Destinationen für einen Wanderurlaub für
Anfänger*innen und schaffen eine ideale Basis, um im Anschluss anspruchsvollere
Touren zu unternehmen.

 

Planung & Tipps

Egal, wo du als Anfänger*in wandern gehst, auf die richtige Planung kommt es an.
Unvorbereitet loszuziehen, ist einer der grössten Anfängerfehler beim Wandern.
Denn nicht nur in hochalpinen Gebieten, auch im flachen Land kann es zu
unerwarteten Situationen oder gar Unfällen kommen.

 

Planungstipps für Wander-Anfänger*innen:

– Wetter checken – Gewitter sind vor allem in den Bergen eine große Gefahr
– Genug Zeit einplanen – nicht, dass du im Dunkeln oder in der Mittagshitze
unterwegs bist
– Verpflegung einpacken – vor allem genug zu Trinken (min. 1 Liter)
– Nicht zu viel einpacken – das macht deinen Rucksack unnötig schwer
– Orientierungshilfe mitnehmen – entweder als klassische Karte oder digital per App. Die Kombination ist oft die beste Wahl, falls der Akku leer geht oder du kein
Netz hast.

Francia camminate

Fazit

Wandern ist für Anfänger*innen nicht mit hohen Kosten verbunden. Erst, wenn deine
Touren höher hinausgehen oder sich über mehrere Tage ziehen, brauchst du mehr und speziellere Ausrüstung, brauchst du mehr und speziellere Ausrüstung.
Zu Beginn solltest du aber vor allem bei den Schuhen nicht sparen. Andernfalls kannst du selbst die schönste Aussicht nur mit einem gezwungenen Lächeln quittieren, da deine Füsse schmerzen.
Nimm dir nicht zu viel vor – als Anfänger*in musst du nicht unendlich viele km wandern – und überschätze dich nicht bei den Höhenmetern. Denn vor allem diese machen eine Tour erst richtig anstrengend. Für alle Anforderungen findest du in Deutschland und im nahen Alpenraum geeignete Ziele, in denen du deine Wanderkarriere aussichtsreich beginnen kannst.

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